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BERÜHRUNGEN

Kennen Sie die biblische Erzählung, in der ein Aussätziger zu Jesus kam und ihn um Hilfe bat?

Mich überrascht nicht, dass Jesus ihn von seiner Krankheit heilt. Es wird berichtet, dass er den Aussätzigen berührt, und der Aussatz sogleich verschwand.

Jesus zeigt sich uns als Mensch, der berührt und sich berühren lässt. Jemand, der anrührt und sich anrühren lässt. Jemand, der den Kontakt mit Anderen nicht scheut. Auch wenn es unangenehm werden kann.

Heut zu Tage für uns nichts Selbstverständliches mehr. Das haben wir in den letzten zwei Jahren sehr ausdrücklich gespürt, was Berührungen und der Verzicht von Berührungen bedeutet. Und ich beobachte, dass es uns immer schwerer fällt, auf einen Handschlag zur Begrüßung, eine Umarmung zum Wiedersehen zu verzichten. Irgendwie dachten die meisten von uns, solange werden die Kontaktreduzierungen schon nicht dauern.
Mittlerweile wissen wir natürlich, dass wir die Pandemie nicht eindämmen können, wenn wir uns nicht an den Ratschlägen und Hinweisen der Experten/innen orientieren und sie befolgen.

Da liegt doch für mich die Frage auf der Hand, wie ich mich in dieser Zeit als Mensch zeige, der berührt und sich berühren lässt. Und das, ohne zu einer Gefährdung für den anderen zu werden.

Sicherlich kann Berührung auch anders gehen:
Anteil nehmen. Sich ansprechen lassen. Zuhören. Den Anderen wahr- und ernst nehmen. Interesse zeigen. Anderssein akzeptieren und respektieren. Tolerant sein bei Gegensätzlichem. Trösten und Mut machen. Mitgefühl zeigen. Jemandem das anbieten, was ihm fehlt…

Sicherlich kann da noch vieles ergänzt werden, bestimmt fällt Ihnen da noch einiges ein…

Auch wenn ich jemanden nicht in den Arm nehmen kann, Berührung kann weiß Gott auch anders gehen.

Achim Jakob, Gem.ref